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31.10.2018/S (Harz) - Martin

erstellt von Jörg Dummann zuletzt verändert: 07.11.2018 14:44

Gedanken und Bericht zur >>> Prognose: Wellenflug / Harz / KW 44 / Ankündigung Wellenflugmöglichkeit Aschersleben Di+Mi (30.+31.10.2018)

Dienstag, den 30.10.2018 konnte ich nicht. Sooo dolle war es laut Wolfgang wohl auch nicht, erstaunlich eigentlich, bei der Windvorhersage.
Das Windprofil für morgen, Mittwoch den 31.10.2018, hmm-jaaaa-neeee, kann eigentlich nix werden, da die Windgeschwindigkeit sich in der ersten Tageshälfte umgekehrt proportional zur Umgebungshelligkeit entwickeln sollte.
Na gut ... Dienstag Nacht losgefahren, um 2 Uhr früh in Aschersleben angekommen. Boahh wasn Sturm, fühlt sich schon richtig gut an!

Wenn es hell wird, muss aufgerüstet sein ... genau das war der Plan, um den Morgen-Restwind noch nutzen zu können -> denn spätestens ab Mittag ist "Wind alle" angesagt.
Denkste, erst kurz nach 7 bin ich aufgewacht - "wenn es hell wird" sieht ganz anders aus. Dafür war nun der Blick nach draußen auf die nicht vorhandenen Anhänger und den Parkplatz, ohne künstliche Beleuchtung, möglich: Noch gar überhaupt keiner da, wie demotivierend!
Der noch recht frische Wind wird ignoriert und sich jetzt endlich nochmal in die Heia gelegt mit dem Gedanken ... das wird wohl ein Fahrrad-Tag werden ;-)

Aus dem schlechten Gewissen heraus, einen möglichen Wellenflugtag in den Sand zu setzen, entstand zur Ablenkung ein erstes, kurzes Zeitraffer-Video (wie geht das überhaupt mit der Knipse?) von ca. 8-9 Uhr:

Zeitraffer, Datei: „20181031 - ca. 8 bis 9 Uhr.mp4
Nicht aussichtslos, da passiert etwas, was ich aus der Ebene nicht kenne.

Gegen 9 Uhr dann fahren zwei Hänger vor, jetzt noch aufrüsten? - Ist doch schon viel zu spät, der Wind hat schon sehr deutlich abgenommen, für einen Drachen würde es noch reichen.
Dennoch ... schwupps ist eines der neu angekommenen Mitbringsel aufgerüstet.
Ohmann, dann will ich doch noch (eigentlich nicht mehr), dennoch ist halb 10 die DG fertig aufgerüstet.
Der zweite frisch angebrachte Flieger hat noch keine Flächen angesteckt, die beiden Wellenliebhaber gehen jetzt erst mal rein zum Kafftinken, ich schaute ungläubig hinterher.

Nun steht der Flieger schon fertig aufgerüstet da, also los:
Kurz vor 10 gestartet, 33 km/h SW Gegenwind in 700m ... was soll denn da gehen???
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, so könnte man den Beginn und den ganzen Verlauf des Fluges beschreiben.
Westlich des Windparks von Aschersleben wurde der Motor in 1100m wieder windschnittig zur Ruhe geschickt. Es war dort ein beständiges Steigen von 0,05 bis 0,2 m/s zu finden, dies brachte mich auf gut 1.400m (Aschersleben QFE). Die Windgeschwindigkeit betrug anfänglich etwa 35 km/h und steigerte sich auf maximal 41.
Wellen in Linien der Windrichtung? -> Mehrfach bewährt hat sich ein Kurbeln bei bis 1m/s ohne die Versetzung auszugleichen, solange bis das Steigen nahe Null war, dann wieder genau in Windrichtung vorfliegen und das Spiel noch 3-4 mal wiederholen, bis es an dieser Linie nicht mehr funktionierte. Das klappt auch gut im Team, wenn man den Anderen das mitteilt.
Wiederholt hieß es, neues Glück haben und die in 150m-Etappen gewonnene Höhe nicht jedes Mal zu verlieren.
So hangelte man sich über Ballenstedt, aber nicht ganz bis nach Quedlinburg vor.
Manchmal ging es auf einer 2km-Linie mit fast 0,5 m/s. Nur sehr selten war das Steigen nach 5 Minuten noch an derselben Stelle, in gleicher Höhe.
Ein paar mehr Flugzeuge hätten die ständig wandernden Steiggebiete sicherlich besser einkreisen können.
Irgendwie haben wir uns dann bis gut 1700m gegen 13 Uhr hochgehangelt.
Geht es noch höher? Nö, irgendwie war da Schluss mit aufwärts, bis man noch etwas Halt, wieder am Windpark, in gut 1000m fand.
XCSoar piepte einen gerade mit "erhebliche Windänderung" an ... nun nur noch 22 km/h ... was nun das gemütliche Abgleiten einleitete.
Was das doch noch für ein toller Tag geworden ist:
-> Gut 600m Startüberhöhung und irgendwann nach 14 Uhr gelandet. Klar möchte man mehr, aber zum Wellen-Auftakt!?

Was da ging, häddi nicht gedacht.

Auch das Windprofil ist interessant: Der Tag stützt meine These, dass ein HEZ ("Harmonisch eingeschwungener Zustand"
aus der E-Technik ..., der Setzer ;-)) nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen ist.
Anscheinend ist ein stark abnehmender Wind nicht ein KO-Kriterium für ein grundsätzliches Wellen-weiter-Bestehen :-)

"Danke für Deinen Start", so bin ich doch noch 3 Stunden geflogen, sonst wären wir ohne zu Fliegen wieder nach Hause gefahren ... ein im Plausch geäußerter Kommentar beim Abrüsten.
Die beiden Kaffeetrinkers sind erst eine Stunde später gestartet, aber wer kann Wolfgang so ein Angebot auch ausschlagen ;-)))
Ärgerlich, dass wir die drei Stunden zuvor nicht AUCH noch genutzt haben!!!
Wir wären schon früher viel weiter oben gewesen und hätten die tollen Linsenwolken vielleicht erreicht, hier ein Foto:



Am Brocken standen den ganzen Tag bis zur Dunkelheit diese begehrten Eintopfwolken.
Am Boden war es ab 16 Uhr nahezu windstill, was noch einige Modellflieger anlockte und meine Spielzeuge auch noch aus dem Hänger lockte.

P1120762_Größenveränderung.JPG

Was man hätte besser machen können:

* Wenn man nicht um gewohnte Zeiten in die Heia kommt: Wecker stellen!!!!

* Die Anderen stärker motivieren,

* sich absprechen und damit NICHT alleine rechtzeitig vor Ort sein,

* im Teamflug hätten wir bestimmt mehr Höhe geschafft, einmal falsch abgebogen ... und man ist eine Etage tiefer, und findet ganz alleine das Steigen eventuell nicht mehr wieder.
  Wir haben jetzt doch alle so eine Dual-Kwatsch-Funke, man kann also wunderbar die Bodenfrequenz mithören und auf anderen Sabb... sich austauschen "hab +0,1" ... "bloß nicht nach links" etc. ....

* Nicht glauben, das Steigen wird gleich vorbei sein, beständiges 0,2m/s IMMER solange im Geradeausflug mitnehmen wie es geht.

* ... man sollte auch nicht zu viele vom Fliegen ablenkende Dinge einpacken, die einen vom Start abhalten könnten.


Warum es Dienstag, den 30.11.2018 nicht richtig klappen wollte?

Bei 80 Klamotten Versetzung reicht eine ungeschickte Wende, seine mühsam erklommene Höhe um 200m zu verringern.
Bei weniger Versetzung und insgesamt schwächerem Steigen funktioniert so ein Mist auch. Vielleicht hat da jemand nur Pech gehabt, mehrfach falsch abzubiegen?

 

Am Freitag den 2.11.2018 wurde ein recht ähnliches Windprofil am Brocken wie am Mittwoch den 31.10.2018 versprochen - was auch tatsächlich so eintrat.

 (Quelle: http://wetterstationen.meteomedia.de )


Fliegen oder nicht fliegen?
Im Flugwetter: 21 Knoten (6 Uhr OZ) und 17 kt 8 Uhr am Brocken passte zu obigen Bildern nicht, sowie ein anfangs gar nicht einladendes Wolkenbild, siehe Zeitraffervideo von ca. 7-13 Uhr

Zeitraffer, Datei: „20181102 – ca. 7 bis 13 Uhr - 1 Minute Abstand.mp4

... und vor allem schon wieder:
KEIN anderer Wellenbegeisterter vor Ort ... ließ den Freitag mit einem ausgedehntem Frühstück beginnen und einen alternativen Tagesablauf folgen = also KEIN Selber-fliegen.

Nebenbei, nicht wirklich aussagekräftig, das Windprofil von der Station Aschersleben:

 (Quelle: http://wetterstationen.meteomedia.de )

Wolken-Beobachtung:
Bis 11 Uhr war eine deutliche Wolkenlinie parallel zur Harzkante und Windrichtung in gut 20 km zu erkennen.
Gegen 12 Uhr dann eher Cu-Wolkenstraßen in Windrichtung, ab 14:30 Uhr war dann gerade noch Wind für eine Gruppe Kinder-Drachenflieger



Erst ab 15 Uhr bildeten sich auch in unmittelbarer Nähe vom Ascherslebener Flugplatz CUs, die ich gerne ausprobiert hätte (leider sich das Flugzeug nicht selber aufgerüstet).
Also, es wäre bestimmt auch am Freitag was gegangen.



Auch ohne selber zu fliegen ist es bei Euch immer wieder Klasse, großes Dankeschön an Wolfgang & Team, bis zur nächten Gelegenheit, wir freuen uns schon drauf!
DG-Wellenflieger Martin

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