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Bad Salzdetfurth/SW (Südwest)

erstellt von Martin Fuellgraf zuletzt verändert: 02.01.2013 17:22
Bad Salzdetfurth / 3090m; Pilot: Martin Füllgraf

 

Name
Martin Füllgraf
Datum
31.12.2012
Windrichtung
SW (Südwest)
Ort des Wellensteiggebietes
Bad Salzdetfurth
Auslöser
Wellengebiet Leine
Erreichte Höhe
3090m
Zeit-Bezugssystem
UTC
Höhen-Bezugssystem
QNH
Weitere Daten
Verein:
Flugzeugtyp:                     SZD 45 A Ogar
-------------------
Startort:                        Hildesheim,  88m         
Startzeit:                       10:41
Landeort:                        Hildesheim,  88m
Landezeit:                       12:55
-------------------
Bodenwindrichtung:               SW
Bodenwindstärke:                 15-20kn
-------------------
Einstieg in die Welle/n:         1) Wo?  Bad Salzdetfurth /Wann? 11:10  ggfs.2) Wo?/Wann   ...Wo?/Wann?

Für jedes Wellensystem:
Einstieg(e) aus:                 Eigenstart
Einstieg(e) in Höhe:             2000m
Angetroffene Steigwerte:         0,2-0,5m/s
Erreichte Höhe(n):               Wieviel? 3090m / Wann? 12:08 / Wo?  Südlich Bad Salzdetfurth
Ausdehnung des Steiggebietes:    Räumlich? 10km Zeitlich?  45 min (Ortsfest oder nicht?)
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Vermuteter Auslöser:             Höhenzug (bei Leewelle - welcher?) /  --  Leinetal und Bergland
                                 Thermik? /
                                 Scherung? / 
                                 Sonstig (z.B. Frontale Ereignisse?) oder "Unbekannt" -------------------
Höhenwindrichtung(en):           (in welche/r Höhe/n) 
                                   220-240 Grad  851 mb
                                   230-250 Grad  501 mb
                                 (bei Thermik- und Scherungswellen möglichst 
                                  unter- und oberhalb der Wolkenbasis) 
Höhenwindstärke(n):              (in welche/r Höhe/n) 
                                 (bei Thermik- und Scherungswellen möglichst 
                                   45 Knoten
                                  unter- und oberhalb der Wolkenbasis) 
Temperaturangaben:               (Inversionen?)
                                 (auch optische Wahrnehmung der Inversionsgrenzfläche)
Freier Bericht
Der Wetterbericht versprach eine starke Südwestströmung mit Wellenbildung bis über FL 100. Bereits auf der Fahrt zum Flugplatz waren schon Reihungen von Lentis zu entdecken, die von der Weser bis an den Harz heran reichten. Der Steigflug mit Motorkraft zeigte die Bissigkeit der Strömung, gegen die ein Vorankommen nur schwer möglich war. Bei einer minimalen Grundgeschwindigkeit von 16 Km/h dauert ein Flug zum Harz extrem lang. Dies berücksichtigend wurde von einem Direktanflug auf die Brockenwelle abgesehen. Die im Vorfeld betrachteten RASP Vertical Velocities zeigten darüber hinaus ausgeprägte Wellen etwa 10 NM südlich von Hildesheim. Der Einstieg erfolgte südwestlich von Bad Salzdetfurth in ca. 2000m. Ein gleichmäßiges Steigen im Bereich von 0,2-0,5m/s konnte lokalisiert werden. Der Wellenaufwind hatte demnach hier eine Stärke von 1,6-1,8m/s (das Eigensinken berücksichtigend). In einer parallelen Reihung konnten mehrere Wellen identifiziert werden. Somit ist die Vorhersage seitens RASP völlig zutreffend gewesen. Die in der Ferne sichtbaren Wellen am Harz (Brocken) wiesen nicht die bisher bei früheren Wellenflügen sichtbaren scharfen Konturen auf. Offensichtlich hatte eine westliche Windkomponente in der Höhe hier einen durchgreifenden Einfluss zu verzeichnen. Die Dreischichtigkeit der vertikalen Reihung der Lentis ist in Bild 1 zu sehen. Im Steigflug herzuleitende Verfahrensweise zur Überhöhung der ersten Wellenwolke blieb eine Überlegung, die leider nicht ausprobiert werden konnte. Eine horizontale Reihung der Wellen zeigte sich sehr ausgeprägt im Bild 2 und sie waren etwa im Abstand von 10km anzutreffen. Die Wellen wären theoretisch gut nutzbar gewesen, lagen aber innerhalb der Kontrollzone von Hannover. Die Nutzung des kontrollierten Luftraums in der angrenzenden Nähe eines Flughafens, hier 40 km südlich von Hannover, lässt sich sinnvoll nur unter Verwendung von Bremen Information einrichten. Denn häufig nutzen anfliegende Airlines die Freigabe zum Sinken derart aus, dass Flughöhen von 2000m über Grund unterschritten werden. Leider ließ, trotz erteilter Freigabe, der Wellenaufwind ein Steigen über FL100 nicht zu. Das Wellenwolkenbild ist im Laufe des Nachmittags nicht mehr so scharf abgezeichnet gewesen. Oberhalb FL120 schien eine stückweise unregelmäßig verteilte Wolkenformation den laminaren Fluss zu stören. Somit waren in drei Etagen Wolkenbildungen anzutreffen. Bei der Video-Analyse zeigte sich, dass äquivalent zur Welle in ca. FL120 die konvektive Schicht in 3-4000ft zyklisch ausblieb (Bild3).

 

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