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Rheineben bei Laachen Speyerdorf/W (West)

erstellt von Peter Franke zuletzt verändert: 14.10.2011 14:02
Rheineben bei Laachen Speyerdorf / FL 146 4500 m MSL; Pilot: Peter Franke

 

Name
Peter Franke
Datum
11.10.2011
Windrichtung
W (West)
Ort des Wellensteiggebietes
Rheineben bei Laachen Speyerdorf
Auslöser
Pfälzerwald bzw. Haardt südlich Laachen Speyerdorf
Erreichte Höhe
FL 146 4500 m MSL
Zeit-Bezugssystem
UTC
Höhen-Bezugssystem
QNH
Weitere Daten
Verein:SFG- Giulini
Flugzeugtyp:  DG 1000t 20 m      (mit Spannweitenangabe, falls unterschiedliche Versionen)
-------------------
Startort:   Ludwigshafen Dannstadt  (bei Höhenmessereinstellung 
                                  "QFE" bitte Platzhöhe ü.N.N. 
                                  "QNH" bitte den QNH-Wert
                                  angeben)         
Startzeit:
Landeort:
Landezeit:
-------------------
Bodenwindrichtung:240 grad
Bodenwindstärke:    ca. 25 km/h          (Maßeinheit?)
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Einstieg in die Welle/n:         1) Wo?/Wann?   ggfs.2) Wo?/Wann   ...Wo?/Wann?

Für jedes Wellensystem:
Einstieg(e) aus:                  F-Schlepp 
Einstieg(e) in Höhe:850 m MSL
Angetroffene Steigwerte:2-3 m/2 bis ca. 1200 m 1-1,5 ab 2000 0,5 m/s ab 2500 1,0-1,5 m/s
Erreichte Höhe(n):               4500 m MSL
Ausdehnung des Steiggebietes:    südlich Neustadt - vermutlich Grünstadt
-------------------
Vermuteter Auslöser:             Pfälzer Wald
                                 Sonstig (z.B. Frontale Ereignisse?) oder "Unbekannt" -------------------
Höhenwindrichtung(en):           (in welche/r Höhe/n) 
                                 (bei Thermik- und Scherungswellen möglichst 
                                  unter- und oberhalb der Wolkenbasis) 
Höhenwindstärke(n):              (in welche/r Höhe/n) 
                                 (bei Thermik- und Scherungswellen möglichst 
                                  unter- und oberhalb der Wolkenbasis) 
Temperaturangaben:               (Inversionen?)
                                 (auch optische Wahrnehmung der Inversionsgrenzfläche)
Freier Bericht
Flugbericht vom 11.10.2011 Uli Wagner Peter Franke Der Montag produzierte schon eine schöne Welle. Leider fehlte die Zeit und der Beruf hatte einen voll im Griff. Der Drang das Wetter zu beobachten und zu analysieren wurde verdrängt. Am Dienstagmorgen sah ich auf der Fahrt zum Büro eine unbekannte Handynummer auf meinem Display. Pflichtbewusst klingelte ich die Nummer an. Emil aus Grünstadt hat mich schon gestern Abend versucht zu erreichen. Er wollte wissen, ob in Dannstadt geflogen wird. Ich wusste, dass Peter Mangold auch Lust bekundet hatte. Ich schaute mir die RASP-Karten an und der Drang in die Luft zu kommen wurde immer größer. Mein Terminkalender ließ einen spontanen Urlaubstag zu. Jetzt versuchte ich noch schnell einen Schlepp-Piloten zu bekommen. Das erwies sich als schwierig, da entweder der Pilot am Arbeiten oder die Schleppmaschine defekt war. Emil hatte in Grünstadt auch kein Glück. Zu guter Letzt stellte sich Steffi für 2-3 Schlepps zur Verfügung (ein riesen Dank an Steffi – Wir wissen Ihren Einsatz sehr zu schätzen.). Peter Mangold und ich wollten die DG 1000 nehmen, zwecks Transponder. Damit sich der Transponder lohnt, musste natürlich noch Sauerstoff besorgt werden. Während der Fahrt versuchte ich Uli Wagner zu erreichen, der zwecks Alpenfliegerei eine Sauerstoffanlage besaß. Uli war mit seinen 83 Jahren sofort Feuer und Flamme und ich bot Ihm an mit mir zu fliegen. Peter und Emil hatten ja Ihre eigenen Flieger. Um 12:45 ging es endlich los. Die optisch sehr schön stehende Föhnlücke hat sich pünktlich um 11:30 Uhr (nach Aufbau der Maschinen) geschlossen. Der Wind hatte am Königstuhl knapp 40 km/h aus ca. 260 Grad. Für den Hang- und Welle eigentlich perfekt. Emil versuchte als erster eine Föhnlücke zu finden, leider ohne Erfolg. Er musste wieder in Dannstadt landen. Peter Mangold stand auf der A6 im Stau. Wir entschieden uns mit der DG 1000 zuerst an den Hang zu gehen, da wir keinerlei Föhnlücken an der Haardt erkennen konnten. Alles war grau in grau bis auf ein paar hellere Stellen die für den Aufstieg nicht ausreichten. Also schrubbten wir den Hang bis es anfing zu regnen. Auf dem dritten Hangschenkel wurde es von Nordwesten her wieder Heller. Ein durchgehender heller Streifen ließ uns auf die Welle hoffen. Auf dem letzten Hangschenkel Richtung Süden wurde die Sicht schlechter und es fing an zu regnen. Wir kamen immer tiefer u nd entschieden uns in 250 m MSL mit einem schönen Acker im Anflug den Motor zu schmeißen. Der Aussenlandung des DUO DISCUS aus Bensheim schauten wir interessiert zu. Nachdem wir die Piloten aussteigen sahen und alles gut gegangen war, machten wir uns auf den Rückweg zur Haardt. In 400 m MSL überflogen wir Dannstadt. Man spürte die Rotoren aber wir konnten keine Höhe gewinnen. Also noch einmal den Motor raus und auf ca. 800 m MSL in die Primärwelle. In der Föhnlücke vor den entstehenden Rotorwolken konnten wir langsam Höhe machen. Wir mussten immer wieder die herannahenden Rotorwolken umfliegen und auf der Luvseite fanden wir zuverlässig zum Teil schon laminares Steigen. Je höher wir kamen desto laminarer wurde das Steigen. Ausschläge bis 2-3m ließen uns auf einen schönen Flug hoffen. Endlich kamen wir über die Wolken und das Steigen wurde sehr ruhig und es ging stetig mit 1-2 m/s nach oben. Strahlend blauer Himmel Empfing uns u nd die Temperaturen im Cockpit stiegen. Das Steigen ließ ab ca. 2000 m deutlich nach (0,5 m/s). Nach ein paar Windmessungen wurde klar, warum das Steigen schwächer wurde. Der Wind nahm ab, was den Zusammenbruch der Welle ankündigte. Trotz dessen stiegen wir mit ca. 0,5 m/s stetig weiter. Bei ca. 2500 m nahm der Wind wieder zu und wir stiegen wieder mit einem guten 1 m/s – 1,5 m/s bis FL 98. Langen Information war freundlich und machte uns darauf aufmerksam, dass die Höhe nicht übermittelt wurde. Die Höhenübermittlung ist Voraussetzung für ein Weitersteigen. Schnell war die richtige Einstellung gerastet und Langen Information verwies uns auf Frankfurt Radar. Der Lotze war sehr nett und er fragte nur wie Hoch wir könnten? FL 140 schien uns angemessen und vorerst ausreichend. FL 140 genehmigt. Die Steigwerte schwankten zwischen 0,6 und 1,0 m/s. Kurz vor FL 140 erbaten wir weitersteigen zu dürfen. Freigaben bis FL 200 wären kein Problem gewesen. Aus z eitlichen Gründen war FL 180 mehr als ausreichend. Mittlerweile hatten sich über uns weitere dünne Lentis gebildet, die weit in den Lufraum Frankfurt hinein standen. Leider war es schon sehr spät und wir mussten um 17:50 den Sinkflug aus FL 146 (0,6-0,8 m/s) antreten. Beim Versuch die Klappen zu fahren stellten wir eine Vereisung fest. Der Regen an der Bergstraße hatte wohl noch seine Spuren hinterlassen. Mit einem kleinen Ruck bekamen wir die Klappen wieder frei. Für den Abstieg inkl. Heimflug benötigten wir ca. 35 min. Nach 2000 m Sinkflug machten wir eine Pause damit sich der Körper an die Druckunterschiede gewöhnen konnte. Als wir bei Laachen Speyerdorf in 750 MSL den Heimflug antraten wurde es noch einmal Spannend, da wir zeitweise bis 3-4 m/s fallen durchfliegen mussten. Da es aber in den Sekundär Rotoren wieder nach Oben ging gab es keine Probleme den Platz zu erreichen. In 300 m MSL kamen wir in Dannstadt an. Nach einer glücklichen Landung und sichtlich erschöpft ging ein schöner „Arbeitstag“ /Urlaubstag zu ende. Für alle Vereine, die sich derzeit Gedanken über einen neuen Doppelsitzer machen. Bitte einen mit Turbo. Ohne den Turbo hätte der Flug auf dem Acker beim Bensheimer DUO DISCUS geendet. Besonders möchten wir uns bei Emil bedanken, der den Flugtag ins rollen gebracht hat und bei Steffi (die Schlepp-Fee) sowie bei Jürgen (Flugleiter). Carpe Diem – nutze den Tag (heute – nicht morgen) In diesem Sinne wünsch wir Euch schöne Flüge Uli Wagner Peter Franke Bilder folgen

 

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